Schon im Jahre 1227 bestand in Lauterach ein sakraler Raum, der dem hl. Stephan geweiht war. Einige Jahre später wurde die im Besitz des nahen Klosters Mehrerau stehende Kapelle vom Papst als St. Georg-Kapelle bestätigt.

Eine ständige priesterliche Betreuung war erst seit 1443 gegeben und erfolgte von Bregenz St. Gallus aus. 1476 wurde nach einer Vorsprache in Rom die örtliche Kapelle in eine Kirche umgewandelt.
Nachdem bei Hochwasser eine rechtzeitige seelsorgliche Betreuung in dringenden Fällen (Taufen, Krankensalbung) nicht gegeben war, wurde am 8. Juni 1618 die Kaplanei Lauterach zur eigenen Pfarre erhoben, Die frühere Kirche stand von 1476 bis 1878 dort, wo sich heute der Friedhof befindet. Im Mai 1878 wurde der Grundstein für die heute bestehende Pfarrkirche gelegt.

Der Kirchenneubau wurde nach den Plänen des Architekten und Baumeisters Josef Anton Albrich errichtet.
1883 wurde der Eröffnungsgottesdienst gefeiert. 1887 fand die feierliche Einweihung statt.
1907 wurde der Turm erhöht.
1959 wurde die Kirche außen und 1970 bzw. 1985 innen restauriert.

Der im September 2014 nach Lauterach gekommene Pfarrer Mag. Werner Ludescher fand im ehemaligen Bürgermeister und Mitglied des Pfarrkirchenrates Elmar Kolb einen idealen Partner für sein Vorhaben, die Lauteracher Kirche zu renovieren. Elmar Kolb, von 1978 bis 2003 Bürgermeister der Marktgemeinde, hatte damals so manche Erfahrung mit Altbausanierungen gesammelt und war gerne bereit, mitzumachen.
Sogleich begannen umfangreiche Planungsarbeiten. Als Obmann des Bauausschusses hatte Kolb einen Fulltime-Job. Als Koordinator zwischen Architekt DI Wolfgang Ritsch, Bauleiter Baumeister Thomas Marte, dem Bundesdenkmalamt, dem Bauausschuss, dem Pfarrkirchenrat und Pfarrgemeinderat sowie Pfarrer Ludescher war die Teilnahme an unzähligen Sitzungen notwendig, bis im Juni 2018 die eigentlichen Bau- und Renovierungsarbeiten beginnen konnten. Sie wurden mit 1 ½ Jahren veranschlagt.

Die wesentlichen Veränderungen im Innenbereich waren die Neugestaltung des Altarraumes, der Einbau einer Fußboden- und Bankheizung, die Renovierung der Kirchenbänke und aller Kunstwerke, die Reparatur der Kirchenfenster und Orgel, die Überholung der Geläutetechnik usw.


Im Außenbereich bezogen sich die Arbeiten auf die Renovierung der Fassade, des Ziegeldaches und des mit Eternit gedeckten Turmes sowie die Entfeuchtung der Fundamente. Die Neugestaltung der Kirchplätze erfolgte mit einheitlicher Pflasterung und verbesserter Grünraumgestaltung. Nordseitig wurde eine behindertengerechte Rampe errichtet.
Außerdem wurde neben der Kirche das Haus St. Georg errichtet. Das Haus ist barrierefrei erschlossen und direkt mit der Pfarrkirche verbunden, verfügt auf zwei Ebenen über verschiedene Räumlichkeiten und eröffnet zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten.


Eineinhalb Jahre dauerten die umfangreichen Arbeiten – und das Ergebnis übertraf alle Erwartungen. „Wir haben die Kirche zu neuem Leben erweckt“, freute sich Architekt Wolfgang Ritsch. Statt wie bisher dunkel und wenig einladend, präsentiert sich das Gotteshaus „einladend, hell, freundlich, menschlich und spirituell“.


Das geplante Ziel, die renovierte Kirche am 4. Adventsonntag feierlich zu eröffnen, konnte punktgenau eingehalten werden.
Am 22. Dezember 2019 fand in der Pfarrkirche St. Georg in Lauterach der erste Gottesdienst seit Beginn der Generalsanierung statt.
Es war ein besonderes Ereignis für Lauterach. Viele Gläubige ließen es sich nicht nehmen, bei diesem Festgottesdienst dabei zu sein.


Bischof Benno Elbs zelebrierte mit Pfarrer Ludescher und Konzelebranten den Festgottesdienst.
Das Besondere an diesem Gottesdienst war auch die Tatsache, dass zum ersten Mal die Chorgemeinschaft St. Georg, der Männerchor Lauterach, der Frauenchor Hofsteig und die Bürgermusik Lauterach gemeinsam auftraten. Krönender Höhepunkt war die Erstaufführung des „Messias“ von G, F. Händel in Lauterach.
